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Der 08.05.2010 sah die jetzt bereits 12. Rallye der SSO Biker unter dem Namen “Grubenfahrt 2010”. Diesmal war die Fahrtrichtung Süd Südwest und die Teilnehmerzahl 34. Gestartet wurde in Kempen-Voesch. Über Venlo, Baarlo führte die Route stramm südlich, Richtung Belgien, um dann in Berg aan de Maas wieder auf holländischen Boden zu treffen. Rund um den Aushub Garzweiler mit einem Abstecher am Aussichtspunkt des Tagebaus und dann Richtung Norden nach Wachtendonk zu Astrids Höfchen.
Leider wurde eine Gruppe durch das Navi in die Irre geführt und musste “leicht” vom eigentlich gedachten Kurs abweichen und den direkten Weg zum Halbzeittreff Cafe Lombok wählen. Dadurch blieb ihnen die längste ununterbrochene Gerade entlang der Strecke erspart/verborgen, die immerhin 9 Kilometer schnurgerade entlang des Noordervaart Kanals. Wer da nicht vor Langeweile fast vom Motorrad fällt, steht entweder unter Drogen oder ist Harleyfahrer. Getoppt wird das Ganze durch die in Holland übliche Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h auf Landstraßen und das Aufstellen von insgesamt fünf Starenkästen zur Überwachung des Tempolimits.
S chön sind die Fährverbindungen über die Maas. Zum einen von Venlo nach Baarlo und zum anderen von Meeswijk nach Berg aan de Maas.
Holland gehört nicht zu den kurvenreichsten Strecken auf dem Kontinent dafür beeindrucken die schnieken Häuschen abseits der Landstraßen und man sollte wirklich mal in die Tempo 60 Zonen abbiegen, um den Reiz der Landschaft entlang der Maas zu genießen. Davon haben wir reichlich Gebrauch von gemacht.
Sehenswert sicherlich auch das Cafe Lombok in Berg aan de Maas. Hier hat s ich ein Holländer den Traum von Österreich im Flachland verwirklicht inklusive der österreichischen Nationalflagge, Bierkrüge (die allerdings verdächtig bayrisch aussehen) und einem munteren Vögelein, das auf dem Männerpissoire gegen allerlei Geräusche anzwitschert. Wer möchte, kann auch den diversen musikalischen Darbietungen verschiedener Blechblasorchester lauschen. Das blieb uns dann doch erspart.
Von Berg aan de Maas ging’s dann Richtung Kreis Heinsberg und Grevenbroich zur größten Wunde Deutschlands, dem Tagebau Garzweiler. Erstaunlich und erschreckend zugleich das Riesenloch, das sich in der Landschaft breit macht. Die Landschaft, die man auf dem Weg dorthin durchfährt, glänzt nicht unbedingt mit besonders schönen und anmutigen Formen und Farben. Ackerland halt, das je nach Jahreszeit Getreide und Gemüse in den üblichen Farbtönen bereithält. Also was liegt da näher, als das Ganze umzupflügen und die Hälfte des Aushubs als Braunkohle in den Ofen zu schieben? Wären da nicht die Menschen, die ihre Heimat verlieren und die CO²-Emissionen, die den Rest der Menschheit zum Wegatmen verbleiben.
Vom Loch zum Kuchen waren es dann nur noch rund 60 Kilometer. Auf Astrids Höfchen musste Astrid erst einmal davon überzeugt werden, dass 34 Biker im vollen Ornat schlecht in eine 20 Quadratmeter Stube mit bollerndem Ofen passen, ohne dass es zu ernsthaften Verpuffungen kommt. Wir haben dann draußen das Mobiliar so arrangiert, dass sich eine respektable Tafel ergab und die Gruppen ihr Bikerabitur zum nahezu vergangenen Tag ablegen konnten. Wie weiland in der Schule wurden die gestellten Fragen rund um die Tour in höchst unterschiedlicher Qualität beantwortet, wobei das Endergebnis der Gruppe 4 mit voller Punktzahl von 100 nur durch Schummeln unter mithilfe eines iPhones oder ähnlichem technischen Schnickschnack zu Stande kam. Da das aber nicht verboten war und die Prüfungskommission nunmal einen Klassenprimus für den ersten Platz benötigte, blieb dies folgenlos.
Die Tour brachte dann am Ende des Tages noch 300,00 Euro für das Friedensdorf International in Oberhausen zusammen. Das sollte dann reichen, um den Tag als gelungen in der Erinnerung verbleiben zu lassen.
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