_NBanner9_neu logo

2007 ging es zum zweiten Mal nach Ludwigswinkel in die Pfalz. VorP1010189_kl dem Start am Technischen Zentrum Essener Straße der Stadtsparkasse Oberhausen statteten wir unserem Mitbiker Jürgen R. einen Besuch ab. Er hatte es sich nicht nehmen lassen und in seinem Sintiheim am Startplatz genächtigt, um uns zu früher Stunde (8 Uhr) auf die Reise zu schicken. Mitfahren wäre schöner gewesen, aber auch so war es für ihn ein einmaliges Erlebnis.

Mit 12 Maschinen und 15 Aufsassen in drei Gruppen bei perfektem, trockenem Motorradwetter um die 20 Grad Luft- und 30 Grad Asphalttemperatur machten wir einen flotten 136 Kilometersprung über die Autobahn bis Blankenheim zum derzeitigen Ende der A1 eingangs der Eifel. Ab da waren es eigentlich nur noch 289 Kilometer Kurven bis zum Ziel Rösselsquelle in Ludwigswinkel. Als Flachländer weiß man ja was eine Kurve ist. Das die Dinger aber auch enger gehen und dazu auch noch mit Steigungen bis zu 15 Prozent verbunden sein können, war wieder einmal eine Überraschung. Und es hat Spaß gemacht. Egal welches Tempo die Gruppen gingen und wie viele Pausen eingelegt wurden, wir waren eigentlich immer höP1010201_klchsten 30 Minuten auseinander.

D i e Mittagspause legten wir in dem Weltweiher Kreershäuschen ein. Das Restaurant Malepartus, im Soonwald gelegen, hatte im Außenbereich sogar eine Holzkohleheizung. Wäre aber nicht nötig gewesen. Lecker essen konnte man dort auf jeden Fall und allein die Anfahrt von Simmern her ist die Reise wert. Ein Sträßchen von vier Metern Breite und 12 Kilometer Länge durch dichten Wald mit reichlich Kurven gespickt machte richtig Hunger. Und so ging es weiter.

Fahrenswert auch die letzten 12 Kilometer vor der Ankunft in Ludwigswinkel. Da kann man schon mal einen Kurvenrausch bekommen und vergessen, dass möglicherweise Gegenverkehr droht. Am Samstag, 18.08.2007 zwischen 16:52 und 16:58 ist frei! Fast schon eine Enttäuschung als wir dann ankamen. Aus mit Kurven, nur noch Bier. Und wir konnten sogar draußen sitzen, so bis 10. Dann kroch die Kälte in die überangestrengten Knochen und wir mussten drinnen weitertrinken. Ging aber auch.

Die Rückfahrt war mit der Hintour nicht zu vergleichen. Nicht nur war derP1010192_kl Weg ein anderer, auch die Fahrgeschwindigkeit und die eingelegten Pausen hatten ein anderes Kaliber. Fuhren wir hin noch in drei Gruppen mit jeweils vier Mopeds, reduzierte sich das Ganze langsam aber stetig. Raimond und Patrick hatten frecherweise Urlaub genommen und sind mal eben rüber in den Thüringer Wald. Manfred und Gattin machten sich auf den flotten Rückweg über die Autobahn. Blieben noch neun Maschinen. Thorsten und Norbert repräsentierten anzahlmäßig die typische neu deutsche Großfamilie. Stephan, Jürgen S. und Peter machten einen flotten Dreier auf und Rainer, Michael (Katja am Buckel), Jürgen K. (Margret am Rückrad) und Ralf waren als Gruppe NOCH in Takt. Die ersten paar Kilometer blieben wir alle auf Sichtweite beieinander. Dann setzten sich Thorsten und Norbert mit einem perfiden Trick (an einer Ampel geradeaus statt links) ab. Das rächte sich allerdings im späteren Verlauf. So betrug die Schleppe hinter mir noch sieben Motorräder.

Und dann begann so langsam das Drama. Jürgen K. und Margrets Silver Surfer brauchte zunächst einmal einen halben Liter Öl. Auf der weiteren Reise funzelte die Honda immer trüber in die Landschaft bis nicht nur das Licht  P1010218_klsondern gleich die gan ze Maschine ausging. Batterie alle. Lichtmaschine gehimmelt? Jürgen K. ortete das Problem mit Kennerblick. Die Kohlen waren alle. Nein, nicht die im Pütt oder im Geldbeutel sondern in der Lichtmaschine. Ein bisschen Gefummel an den Spannfedern und der Bock sprang dank Peters Hinterradantrieb wieder an. Allgemeines Aufatmen und Danksagungen an Jürgen K. für den schönen Aufenthalt in diesem namenlosen (nicht schimpfen Bürger) Kaff.

Und weiter gings...ein paar Kilometer. Sprunz und splotter die Karre bebt und beendet den Dienst. Schütteln, Tankhahn auf und zu und wunderbarerweise blieb der Silberhaufen ein paar Kilometer bei der Sache. Stephan, Peter und Jürgen S. haben dann während der nächsten Kilometer als Nachfahrer erst kräftig Abgase mit feiner Ölbeimengung geschnüffelt und wurden dann aufs unflätigste angefurzt und schließlich wie beim Sylversterfeuerwerk mit Knall und Feuerstößen aus Jürgen Ks Honda bedacht. Dann ging nix mehr. Der Bock verreckte und ließ sich nicht mit Geld und guten Worten zum Weiterfahren bewegen. Ich spreche immer noch von der Honda. Weil mir persönlich ein Vorfall solcher Art zu wenig für einen Tag war, dachte ich soP1010225_kl für mich: Hey, warum nicht mal das Motorrad nur auf die Reifen ohne Ständer abstellen? Geht im Flachland ganz gut, weil bei uns die Reifen eckig sind. Nach den ganzen Kurven waren die Dinger dummerweise rund gelaufen und ich legte mich gleich neben meine Maschine auf die Straße. Nix passiert außer dieser Demütigung, vor allen als Depp dazustehen. Daher will ich über die Angelegenheit besser nicht verlautbaren lassen. Also glaubt niemanden, wenn er so was dummes erzählt.

Jürgen K. hat den Kampf mit seiner Honda dann drangegeben und den ADAC gerufen. Die gelben Bengel haben ihn samt Honda und Margret dann nach Hause gefahren. Mir ist nicht bekannt, wer von den Dreien auf der Ladefläche reisen musste.

Jetzt gab es noch ein Restrudel von sechs Fahrern. Dank eines ADAC-Rallyeweltmeisterschaftslaufes konnten wir der ursprünglich geplanten Route nicht folgen sondern wurden zu einer Umleitung gezwungen. Wir nehmen es dem ADAC nichtx_IMG_0720_kl übel wegen der Hilfe für Jürgen und Margret. Die Umleitung bescherte uns allerdings einen herrlichen Blick auf den an der Mosel gelegenen Ort Trittenheim, auf den man sich von hoch oben entlang eines Weinberghanges talwärts stürzt. Da wurden dann erstmal Kalorien gebunkert. Das Schieben der Honda hatte Kräfte gekostet. Unter dem großen Sonnenschirm im Biergarten des Lokals ließ es sich herrlich sitzen und einigen Regentropfen lauschen, die auf das Tuch prasselten. Es blieben die einzigen Tropfen, die zumindest fünf Wackeren an diesem Tag begegneten. Die Straßen waren feucht und nur die Gischt Vorausfahrender war ärgerlich. Kurz vor Wittlich verlor dann Jürgen S. die Nerven und verließ die Resttruppe Richtung Autobahn. Da waren wir nur noch fünf Kräder mit sechs Zecken drauf.

Jürgen S. hat dadurch die sehenswerte Rundfahrt durch das dank eines Volksfestes gesperrte Wittlich verpasst. An der ersten Straßensperre, die mit einem Freiwilligen aus der örtlichen Feuerwehrbrigade bestückt war, fragten wir unbefangen diesen Ortsansässigen nach der besten Route um Wittlich herum. Präzise gab er die Richtung an und so dauerte es nur sechs Kilometer und P1010231_kl18 Minuten bis wir diesmal aus entgegengesetzter Fahrtrichtung wieder bei unserem freundlichen Helfer eintrafen. Mit kurzem Gruß nahmen wir von ihm Abschied und entschlossen uns, einmal die andere Richtung auszuprobieren. Mit Erfolg wie die Fertigstellung dieses Berichtes hier beweist.

Wir waren wieder auf Kurs. Irgendwann haben wir dann tatsächlich wieder die A1 bei Blankenheim erreicht und konnten flott die gefühlten 130 Kilometer Baustellen angehen. Kurz vor Köln konnten wir auf der anderen Rheinseite ein veritables Gewitter sehen. Wir machten allerdings der A57 folgend die Biege Richtung Norden und Heimat. Die Berichte, die mir Thorsten W. (mit Norbert N. voraus gefahren) und Jürgen S. gaben, lassen erahnen, was den anderen freundlicherweise erspart blieb. Gewittergüsse vom Feinsten und Ergiebigsten, was die allgegenwärtige Klimakatastrophe zu bieten hat. Thorsten verriet mir, dass Gore-Tex kein Vergleich zu Neopren ist. Neopren hält wärmer. Tja, merkwürdigerweise hat es trotzdem allen Spaß gemacht, vorausgesetzt keiner hat schamlos gelogen. Aber wer glaubt schon Anglern und Motorradfahrern?

Bildergalerie Pfalztour 2007 Rainer

Bildergalerie Pfalztour 2007 Jürgen

Pfalztour 2007 im Garmin Datenbankformat

Pfalztour 2007 im GPX Exchange Format

[Neuigkeiten] [Olle Kamelle] [Touren und Rallyes] [1999] [2000] [2001] [2002] [2003] [2004] [2005] [2004 Rhöntour] [2005 Pfalztour] [2006] [2006 Rhöntour] [2006 Vianden] [2007] [2007 Pfalztour] [2008] [2008 Schwarzwald] [2009] [2009 Harz] [2010] [2010 Rhön] [2011] [Hall of Fame] [Motorveloziped] [Dies und das] [Impressum]