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Die Kuhtour am 12.05. 2007 stand wieder unter einem guten Stern auch wenn dieser nicht strahlend Gelb war sondern zur Hälfte blau. Im Vorfeld hatten die einen oder anderen P1000284_klEnthusiasten schon mal vorsorglich die Teilnahme abgesagt, um dann am Sonntag um so heftiger in die Kissen heulen zu können. Aber so ist das nunmal mit dem Motorradfahren. Die Sonne scheint nur dem aus dem selbigen, der einen nassen Hintern riskiert. 31 Fahrerinnen und Fahrer mit ihren Boliden und 7 Sozias nahmen die Strecke von der Raststätte Hünxe bis Oldenkott bei Vreden unter die Gummihufe. Vor dem Start gabs zunächst was auf die Ohren, Gummistöpsel als diesjähriges Gimmick. Wer hat sich nicht schon über die lästigen, krawallschlagenden Motorradfahrer geärgert, die einem den schönsten Tag mit ihren bollernden Aufpuffen versauen können? Wie hört sich das erst auf den Maschinen selbst an? Schrecklich! Daher Ohrstöpsel in die Lauscher und zwar bis zum Anschlag, der zunächst individuell ergründet werden muss. Im Ernst, kaum einer macht sich Gedanken um die Geräuschkulisse im Helm bei 100 Stundenkilometer und daher macht ein Gehörschutz Sinn. Und das Bollern des Motors geht dabei keineswegs verloren. Wir sind mal gespannt, wie viele die Dinger dann auch P1000297_klim nächsten Jahr noch tragen (und zwar ununterbroche n :-) )

200 Metern nach dem Start war allerdings für Torsten Mörke schon Schluss mit lustig. Ein nur ihm vernehmliches Klappern, das sich dann auch als Steuerkettendings im Zylinderbumms herausstellte, stoppte seinen Ansturm auf den ersten Platz, den seine Gruppe schließlich einheimste. Sein Gesicht war allerdings schon vorher so lang wie eine ausgelutschte Kette. Dafür hatte er dann genügend Zeit, das Festmahl am Ende der Tour mit vorzubereiten, was den Organisatoren der Tour und Jürgen Rademacher prächtig ins Konzept passte.

Wars am Start noch trocken, liefs unterwegs wie aus einem Guss. Nein, nicht ganz so schlimm.P1000299_kl Nass wurden zwar alle einmal, aber Sonne und Fahrtwind haben dann auch wieder schnell alles trocken gefönt. Diesmal galt es alle Straßennummern auf der vorgegebenen Strecke zu notieren und am Schluss zusammen zu addieren. 6130 war die magische Zahl, die allerdings keine Gruppe genau zusammen bekam. Außerdem war noch der Bauernhof zu finden, der Heimstatt von Lisa war. Von der Raststätte Hünxe über Marienthal, Borken und Vreden gings zur Halbzeitpause nach Oldenkott an der niederländischen Grenze, wo sich alle zwischen 12:30 Uhr und 13:30 versammelten. Ein schönes altes Restaurant aus der vorchristlichen Zeitrechnung mit holländischem Wirt nahm uns auf und nährte uns redlich.

Norbert, Stephan und ich fuhren derweil auf anderer Strecke zu Lisas Bauernhof, um dort auf das Eintreffen der ersten Gruppe zu P1000312_klwarten. Der Bauer, ganz Westfale, verstrickte uns sofort in ein Gespräch. Ich zeigte mich etwas enttäuscht über das Fehlen von Lisa, wo doch die Seniorchefin, Bauers Mutter, noch im vergangenen Jahr verkündet hatte, dass Lisa auf dem Hof bleibt “Wenn sie uns nicht kaputt geht”. Der Bauer nickte darauf hin zustimmend und ergänzte “Jo, das geht schnell. Vierzehn Tage später ist mein Vater gestorben.” Landleben ist halt kein Zuckerschlecken.

Nach der Mittagspause ging es dann über Eibergen, Winterswijk und Rhede zurück nach Hamminkeln und zu unserem Hilfsschweden Jürgen, der netterweise wiederum seinen Garten nebst 100 Personengrill zur Verfügung stellte. Torsten hatte dann auch schon das Mobiliar verrückt und Jürgen den halben Wald auf dem Grill zur Weißglut gP1000320_klebracht. Dank edler Spender war reichlich Bratwurst vorhanden, so dass auch der Nachbarhund nicht zu kurz kam.

Die Ermittlung des Siegerteams stellte sich als nicht so einfach heraus, da alle zwar fleißig Straßennummern gesammelt hatten, manches allerdings recht willkürlich erschien. Auch das Eintreffen am Zielort wurde großzügig auf zwei Stunden verteilt, wobei, immer wenn man glaubt es kommt nichts mehr, kommt das Chapter Essen daher. Nach Aussagen der Truppe wurde zwar prinzipiell der richtige Weg gefahren aber die holländische Landwirtschaft noch um einige Kilo Gemüse erleichtert. Wenn denn jemand “Der Weg ist das Ziel” zum Motto hat, dann diese Truppe.

Die Summen der Straßennummern lagen P1000336_klzwischen 4064 und 6605. 6130 war wie gesagt richtig. Drei Gruppen fanden sogar den Bauernhof, auf dem Lisa ihr erstes Lebensjahr verbrachte. Letztlich hat dann die Gruppe 6 den Sieg davon getragen.

Der Dieter-Finke-Wanderpreis ging dieses Jahr an die jüngste Teilnehmerin, die selbst ein Motorrad um den Kurs steuerte. Um so schöner, dass es sich bei der Preisträgerin  Linda Finke um die Tochter des Namensgebers handelt. Sie ist der Hoffnungsschimmer unserer insgesamt ins Alter gekommenen Truppe. Mal sehen, wie sich die Sache in den nächsten Jahren mit dem Nachwuchs weiter entwickelt.

Das Gelingen der Tour und auch die satte Spende, die wir wieder dem Friedensdorf Oberhausen zukommen lassen konnten, verdanken wir nicht zuletzt den Sponsoren dieser Tour. Dazu zählen die Stadtsparkasse Oberhausen, denen wir die Ohrstöpsel verdanken, Jürgen Rademacher, der uns wie gesagt Raum und Zeit opferte, Angelika und Robert Berg, denen wir die Bratwürstchen verdanken und noch ein paar Bikern, die es sich nicht nehmen ließen, neben dem Startgeld noch den einen oder anderen Taler für das Friedensdorf draufzulegen.

 

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