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Den 2006er Abschnitt der SSO Biker Geschichte möchte ich mit einem Dank an die fleißigen Helfer beginnen, ohne die eine Durchführung der Tour nicht möglich gewesen wäre. Hier die Grid-Boys in nahezu Startaufstellung: Stephan Orzada, Robert Berg, Rainer Orzada und Norbert Küster. Ihre Geduld und Ratschläge, Beschimpfungen und Ideen sind ein fruchtbarer Dung auf dem Ideen sprießen. Außerdem Dank natürlich Jürgen Rademacher, der in völliger Ahnungslosigkeit Haus und Hof für den Tagesabschluss zur Verfügung stellte und zusammen mit Stephan Orzada die Pokale dengelte.
2006, der Hopser nach Hopsten, war wieder einmal eine ereignisreiche Tour und gab vielen reiche Erfahrungen für die Zukunft mit auf den Weg. Für mich war die Erfahrung wichtig, dass ich niemals die Hartnäckigkeit, ja geradezu Verbohrtheit von Menschen unterschätzen darf, die eine Aufgabe zur Erreichung eines hohen Zieles gestellt bekommen. Deutschland, ein Land der Abgeschlafften und Ausgelaugten? Keineswegs!
Dieses Jahr galt es Wappen zu finden auf einer wie üblich pingelig vorgeschriebenen Strecke. Ein entsprechend mit diesen edlen Symbolen gefülltes DIN-A-4-Blatt musste daher mit den Gemeindenamen ergänzt werden. Die Antworten waren in der Regel nicht an den Ortseingangsschildern zu finden, sonder mussten den Eingeborenen abgebettelt werden. Ein Mitbürger hat sich sogar an seinen PC gesetzt und im Internet recherchiert. Drei Gemeinden kamen als Lösung aus dieser Aktion heraus. Ob das für den Sieg oder nur Platz reichte?
Eine Aufgabe betraf den Verein Westfalia Bilk. Schon auf der Webseite des Vereins wird darauf hingewiesen, dass die Vereinsmitglieder auf das dunkle Kapitel in ihrer Historie (1947 25 Jahre Sperre vom DFB wegen Zuschauerausschreitungen während eines Spiels gegen Rheine 09) nicht gerne angesprochen werden. Viele der Befragten antworteten richtig. Einer allerdings meinte, das Besondere in der Geschichte des Vereins seien die 30 privaten Sponsoren. Schalke wäre auch froh darüber.
Ferner waren Kontrollposten zu finden und das wurde durch Satellitenfotos „erleichtert“. Ein Schuss in den Ofen, wie sich schnell herausstellte. Schon die erste gestellte Aufgabe von vielen (in der Nähe von Bilk den ersten Kontrollposten finden) führte zu einem Massenstau von ca. 25 Motorrädern auf dem Gehöft eines einsamen und verständlicherweise verängstigten Landwirtes. Der Kringel auf dem Satellitenfoto war leider nicht exakt genug gesetzt und so verbissen sich die Teilnehmer bei der Suche nach dem Posten so sehr, dass der Terminplan für die gesamte Tour den Bach runter ging. Reichliche Irritationen wa- ren die Folge. 13:00 Uhr Hopsten war ausgegeben worden und da standen oder fuhren die Hälfte der Gruppen noch zwischen Kontrollpunkt eins und zwei umher.
Besondere Jagdinstinkte müssen Rudi Roths bescheinigt werden. Er warf seine Maschine in den Staub, nur um einer wandelnden Großmutter ein Wappen aus dem Gedächtnis zu leiern. Oma und Maschine haben alles gut überstanden.
Manfred Holzhäuser hat es dann auch noch erwischt. Als er seinen Braunkohlebagger lässig durch einen Kreisverkehr bei Metelen wuchtete, schoss ihn ein Jungspund mit Meriva hinterrücks von der Piste. Manfred liebt jedes Kilo an seiner fetten Japanerin. 325 davon hat sie auf den Rippen. Dass sich seine Geliebte auf seinem linken Bein breit machte, fand Manfred dann doch nicht lustig. Blaue Flecke am ganzen Körper und Lachverbot wegen Brustprellungen sind die Folgen dieses unschönen Ereignisses. Und die Geliebte hat jetzt Kratzer, die erstmal behandelt werden müssen. Da kann man Manfred eigentlich nur zu einer grazilen Italienerin mit viel Karbon auf der Taille raten. Die kann man notfalls auch beim Sturz anheben, damit sie nicht zu Schaden kommt.
Das ganze Chapter Essen hat Manfred ins Krankenhaus begleitet und den Kaffeeautomaten geplündert. Leider konnten die Jungs und Mädels durch den Vorfall ihr Talent zur Spurensuche und Lösung kniffliger Aufgaben nicht unter Beweis stellen und ersparten sich somit andererseits die gehässigen Kommentare der anderen, die am Schluss mit einem Punkt mehr auf dem Konto glänzen konnten.
Gegen 14:00 Uhr statt des geplanten Termins 13:00 Uhr saßen die meisten dann bei Giovanni in Hopsten und schlangen Pizza mit dem festen Vorsatz in sich hinein, den Rest der Tour unter die Räder zu nehmen. Allerdings kürzten wir die Tour wird dann einfach ab, warfen die restlichen Kontrollpunkte über Bord und gaben die Parole „Heimfahrt Richtung Marienthal“ aus. Jede Gruppe für sich auf selbst gewähltem Weg.
Richtung Marienthal kamen dann einige Teilnehmer noch in den Genuss eines Regenguss(es) gespickt mit Hagel. Tja, das kommt davon, wenn man statt der schönsten Routen im Münsterland lieber den feuchten Traum wählt.
Um 18:00 Uhr dann schließlich allgemeines Eintreffen auf Jürgens Hazienda im Wald, eine schöne Jagdhütte im Schwedenstil ohne Elch aber mit Hund und Familienanschluss. Manfred Adamek und seine NVA-Feldküche waren schon vor Ort und auch reichlich alkoholfreie Getränke. Bei der Punkteauswertung ging dann das übliche Lamentieren los. Die Unbestechlichkeit der Organisatoren sowie meine Unberechenbarkeit bei der Lösung einfachster mathematischer Aufgaben führten schließlich zu einem klaren Ergebnis. Es gab eine Reihenfolge von eins bis sechs, die dann auch zähneknirschend akzeptiert wurde. Schließlich sind alle Gewinner, die 271 Referenz- kilometer mit einer Abweichung von plus minus 25 Kilometer ohne Anreisekilometer und Hämorrhoidenkissen bewältigt haben. Armin Höller hat es sogar auf über 500 gebracht dank seines Wohnortes im Bergischen.
Zum Abschluss gab es nicht nur Pokale sondern jeder Fahrer erhielt auch noch ein Survivalmesser mit Taschenlampe. Damit kann man im kommenden Jahr wunderbar die Reifen der Konkurrenz zerstechen, Licht ins Dunkel der gestellten Aufgaben bringen und gemeingefährliches Viehzeug auf Distanz halten. Alles nach dem Motto: Praktisch denken, Waffen schenken.
Auch zu einer Familienzusammenführung nach 350 Jahren kam es. Die Adameks -Essen- trafen auf Adamek -Kamp-Lintfort-. Während sich Manfred Adamek mit seiner Feldküche der ambu- lanten Gastronomie verschrieben hat, sind die Gebrüder Peter, Michael und Thomas im Umfeld diverser Branchen wie Sparkasse oder RAG tätig. Raubritter sind sie aber nach wie vor allesamt.
An dieser Stelle sei den Sponsoren Stadtsparkasse Oberhausen und Versatel-Tropolis-Meocom gedankt, die mit ihren Zuschüssen den Geldtopf füllten, aus dem wir dann auch in diesem Jahr insgesamt 250,00 Euro an das Friedensdorf Oberhausen überweisen konnten.
Hier das Gimmick in fast vollem Ornat. Wie gesagt ein Bärentöter, rechtzeitig zur bayrischen Bärenjagd mit Taschenlampe für das nächtliche Anpirschen und allerlei Nützliches für das Ausweiden, Zerlegen und Verspeisen eines veritablen Ursus arctos.
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